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Süßkind der Jude von Trimberg

Jüdische Litteratur in Deutschland

Wir erinnern mit dieser literarischen Veranstaltungsreihe an 1700 Jahre jüdisches Leben auf deutschem Boden. Grundlage ist ein Dekret des römischen Kaisers Konstantin von 321, das in späteren Abschriften in der Bodmeriana in Genf und im Vatikan überliefert ist. Das Schreiben an die "decurionibus Agrippiniensibus", die Stadtväter Kölns, beweist, dass es spätestens seit Beginn des 4. Jahrhunderts Menschen jüdischen Glaubens in Köln und damit wohl auch andernorts im nördlichen Westeuropa gegeben haben muss.
Anhand von fünf ausgewählten Beispielen vom Mittelalter über die Aufklärung bis ins 19. Jahrhundert und mit Beispielen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts soll den Autoren nachgespürt werden, die sich der jüdischen Kultur zugehörig fühlten.

SüßkindSüßkind

Wir erinnern mit dieser literarischen Veranstaltungsreihe an 1700 Jahre jüdisches Leben auf deutschem Boden. Grundlage ist ein Dekret des römischen Kaisers Konstantin von 321, das in späteren Abschriften in der Bodmeriana in Genf und im Vatikan überliefert ist. Das Schreiben an die "decurionibus Agrippiniensibus", die Stadtväter Kölns, beweist, dass es spätestens seit Beginn des 4. Jahrhunderts Menschen jüdischen Glaubens in Köln und damit wohl auch andernorts im nördlichen Westeuropa gegeben haben muss:
"Durch reichsweit gültiges Gesetz erlauben wir allen Stadträten, dass Juden in den Stadtrat berufen werden. Damit ihnen [den Juden] selbst aber etwas an Trost verbleibe für die bisherige Regelung, so gestatten wir, dass je zwei oder drei [...] aufgrund dauernder Privilegierung mit keinen [solchen] Berufungen belastet werden." Übersetzung Karl Leo Noethlichs.
Die Jahrhunderte jüdischen Lebens auf deutschem Boden sind auch Jahrhunderte der Diskriminierung, der erzwungenen Anpassung, die sich in Themen und Personen widerspiegeln, die in der deutschsprachigen Litteratur in Erscheinung treten.

Süßkind der Jude von Trimberg
Süßkind ist einer der wenigen überlieferten Autoren jüdischen Glaubens aus dem hohen Mittelalter. Mit mehreren Liedern ist er in der sog. "Manessischen Liederhandschrift" vertreten und sowohl in den Liedern als auch durch den typischen Judenhut auf der Miniatur identifizierbar. Darüber hinaus wissen wir fast nichts über den Autor, dessen Name "Süßkind" uns immer wieder in der jüdisch-deutschen Kulturgeschichte begegnet und an dessen Beispiel jüdisches Leben in der christlich-mittelalterlichen Welt dargestellt werden soll. Wir stellen in diesem Seminar seine Lieder vor und begeben uns auf Spurensuche nach dem mittelalterlichen jüdischen Leben.

Hier ein eindrucksvolles Beispiel seiner Lieder:
V
1
Wâhebûf und Nichtenvint
tuot mir vil dicke leide:
her Bîgenôt von Darbîân
der ist mir vil gevære.

des weinent dicke mîniu kint,
boes ist ir snabelweide.
si hât si selten sat getân,
Izzûf, diu froidenbære.
in mînem hûs her Dünnehabe

mir schaffet ungeræte,
er ist zer welt cin müelich knabe:
ir milten, helfent mir des boesewichtes abe,
er swechet mich an spîse und ouch an wæte.

2
Ich var ûf der tôren vart
mit mîner künste zwâre,
daz mir die herren nicht went geben.
des ich ir hof wil fliehen

und wil mir einen langen bart
lân wachsen grîser hâre:
ich wil in alter juden leben
mich hinnân fürwert ziehen.
mîn mantel der sol wesen lanc,

tief under einem huote,
dêmüeteclich sol sîn mîn ganc
und selten mê ich singe in hovelîchen sanc,
sîd mich die herren scheiden von ir guote.

Die Veranstaltungsreihe findet online über das System VHS.Cloud statt. Sie erhalten von uns rechtzeitig vor Beginn die Zugangsdaten. Zusätzlich zur Videoübertragung an den benannten Tagen stellen wir Ihnen dort weitere spannende Unterlagen zur Verfügung.


Status: Besten Dank für Ihr Interesse, diese Veranstaltung ist leider nicht mehr buchbar. Wir empfehlen Ihnen gerne eine ähnliche Veranstaltung, rufen Sie uns bitte an Tel. 089 803710.
Besten Dank für Ihr Interesse, diese Veranstaltung ist leider nicht mehr buchbar. Wir empfehlen Ihnen gerne eine ähnliche Veranstaltung, rufen Sie uns bitte an Tel. 089 803710.

Kursnr.: 2101

Beginn: Do., 16.09.2021, 19:00 - 21:15 Uhr

Dauer: 1 Termin

Kursort: online

Gebühr: 12,00 € Bei Buchung der 5 Termine zur jüdischen Litteratur ermäßigt sich der Kurspreis auf insgesamt 48 Euro.

Besondere Hinweise: online


Dozent(en):


Datum
16.09.2021
Uhrzeit
19:00 - 21:15 Uhr
Ort
online




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