Dorothea Schlegel

Jüdische Litteratur in Deutschland

SchlegelSchlegel

Wir erinnern mit dieser literarischen Veranstaltungsreihe an 1700 Jahre jüdisches Leben auf deutschem Boden. Grundlage ist ein Dekret des römischen Kaisers Konstantin von 321, das in späteren Abschriften in der Bodmeriana in Genf und im Vatikan überliefert ist. Das Schreiben an die "decurionibus Agrippiniensibus", die Stadtväter Kölns, beweist, dass es spätestens seit Beginn des 4. Jahrhunderts Menschen jüdischen Glaubens in Köln und damit wohl auch andernorts im nördlichen Westeuropa gegeben haben muss:
"Durch reichsweit gültiges Gesetz erlauben wir allen Stadträten, dass Juden in den Stadtrat berufen werden. Damit ihnen [den Juden] selbst aber etwas an Trost verbleibe für die bisherige Regelung, so gestatten wir, dass je zwei oder drei [...] aufgrund dauernder Privilegierung mit keinen [solchen] Berufungen belastet werden." Übersetzung Karl Leo Noethlichs.
Die Jahrhunderte jüdischen Lebens auf deutschem Boden sind auch Jahrhunderte der Diskriminierung, der erzwungenen Anpassung, die sich in Themen und Personen widerspiegeln, die in der deutschsprachigen Litteratur in Erscheinung treten.

Dorothea Schlegel (1763-1839)
Goethes berühmte Gretchen-Frage: "Wie hast du's mit der Religion?" schwingt beim berühmten Jenaer Romantiker-Treffen 1799 in der Wohnung der beiden Schlegel-Brüder, Jena - im Hinterhaus, An der Leutra 5, in dem August-Wilhelm mit Caroline und Friedrich mit der noch anderweitig verheirateten Dorothea für ein gutes halbes Jahr zusammen lebten, stets mit. Religion, Aufklärungskritik, Gattungsfragen, Ideen zum Wesen der Poesie etc. beflügeln den Poeten-Workshop, an dem von außerhalb Friedrich von Hardenberg, auch bekannt als Novalis, Ludwig Tieck und der Hölderlin- und Hegel-Freund Friedrich Wilhelm Schelling beteiligt waren. Nach diesem Treffen war die deutsche Literatur eine andere; wir stehen an der Wende zur Romantik und in Folge einer sich ständig erweiternden philosophisch-poetisch reflektierten Stilvielfalt, die schlussendlich in die Moderne führt.
Dorothea Veith, als Brendel Mendelssohn geborene Tochter des berühmten Aufklärungsphilosophen Moses Mendelssohn, war zu diesem Zeitpunkt noch jüdischen Glaubens, ließ sich nach der Scheidung 1804 in Paris protestantisch taufen und mit Friedrich Schlegel trauen und trat 1808 mit Friedrich zum Katholizismus über. Zwischen dem Kennen- und Lieben-Lernen von Dorothea und Friedrich 1797 im Berliner Salon von Henriette Herz, in welchem ein gute Mischung jüdischer und christlicher Kultur zum Austausch und Verständnis zwischen den Kulturen anregte, und dem Übertritt zum Katholizismus 1808 liegt die Phase der schriftstellerischen und übersetzerischen Tätigkeit von Dorothea Schlegel, meist herausgegeben unter dem Namen ihres Mannes, in der sie - ohne im Vordergrund zu stehen - eine der einflussreichsten Frauen in der deutschen Literaturgeschichte wird, ihr einziger fragmentarischer Roman "Florentin" (1801) ist neben Briefen, Essays und Übersetzungen wichtigstes literarisches Zeugnis.

Die Veranstaltungsreihe findet online über das System VHS.Cloud statt. Sie erhalten von uns rechtzeitig vor Beginn die Zugangsdaten. Zusätzlich zur Videoübertragung an den benannten Tagen stellen wir Ihnen dort weitere spannende Unterlagen zur Verfügung.


Status: Anmeldung möglich

Kursnr.: 2102

Beginn: Do., 07.10.2021, 19:00 - 21:15 Uhr

Dauer: 1 Termin

Kursort: online

Gebühr: 12,00 € Bei Buchung der 5 Termine zur jüdischen Litteratur ermäßigt sich der Kurspreis auf insgesamt 48 Euro.

Besondere Hinweise: online


Dozent(en):


Datum
07.10.2021
Uhrzeit
19:00 - 21:15 Uhr
Ort
online




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