Else Lasker-Schüler

Jüdische Litteratur in Deutschland

Lasker-SchülerLasker-Schüler

Wir erinnern mit dieser literarischen Veranstaltungsreihe an 1700 Jahre jüdisches Leben auf deutschem Boden. Grundlage ist ein Dekret des römischen Kaisers Konstantin von 321, das in späteren Abschriften in der Bodmeriana in Genf und im Vatikan überliefert ist. Das Schreiben an die "decurionibus Agrippiniensibus", die Stadtväter Kölns, beweist, dass es spätestens seit Beginn des 4. Jahrhunderts Menschen jüdischen Glaubens in Köln und damit wohl auch andernorts im nördlichen Westeuropa gegeben haben muss:
"Durch reichsweit gültiges Gesetz erlauben wir allen Stadträten, dass Juden in den Stadtrat berufen werden. Damit ihnen [den Juden] selbst aber etwas an Trost verbleibe für die bisherige Regelung, so gestatten wir, dass je zwei oder drei [...] aufgrund dauernder Privilegierung mit keinen [solchen] Berufungen belastet werden." Übersetzung Karl Leo Noethlichs.
Die Jahrhunderte jüdischen Lebens auf deutschem Boden sind auch Jahrhunderte der Diskriminierung, der erzwungenen Anpassung, die sich in Themen und Personen widerspiegeln, die in der deutschsprachigen Litteratur in Erscheinung treten.

Else Lasker-Schüler (1869-1945)
Als sie in Elberfeld geboren wurde, stand der deutsch-französische Krieg und die anschließende Reichsgründung kurz bevor; als die inzwischen brühmte Schriftstellerin in Berlin ihre ersten Erfolge als expressionistische Lyrikerin mit speziellen Perfomances als Prinz Jussuf von Theben feierte, begann kurz darauf der erste Weltkrieg; ihr zweites Theaterstück "Arthur Aronymus und seine Väter" wurde 1933 kurz vor der Prmiere im Berliner Schillertheater durch die gerade an die Macht gekommenen Nationalsozialisten vom Spielplan genommen; sie starb kurz vor Ende des 2. Weltkrieges an ihrem Sehnsuchtort Jerusalem.
An Else Lasker-Schuler kann die fragile Existenz einer deutschen Schriftstellerin jüdischen Glaubens von der Reichsgründung bis zum Zivilisationsbruch der Nazis exemplarisch vorgestellt werden. Zugleich soll an diesem Abend der letzthin vergebliche Versuch gezeigt werden, jüdisch und christliche Kultur in Deutschland einerseits gegenseitig zu verstehen und andererseits über die Differenzen hinweg zu versöhnen.

Liebesflug

Drei Stürme liebt ich ihn eher, wie er mich,
Jäh schrien seine Lippen,
Wie der geöffnete Erdmund!
Und Gärten berauschten an Mairegen sich.

Und wir griffen unsere Hände,
Die verlöteten wie Ringe sich;
Und er sprang mit mir auf die Lüfte
Gotthin, bis der Atem verstrich.

Dann kam ein leuchtender Sommertag,
Wie eine glückselige Mutter,
Und die Mädchen blickten schwärmerisch,
Nur meine Seele lag müd und zag.

(Elsa Lasker-Schüler, aus: Der siebente Tag, Berlin 1905.)

Die Veranstaltungsreihe findet online über das System VHS.Cloud statt. Sie erhalten von uns rechtzeitig vor Beginn die Zugangsdaten. Zusätzlich zur Videoübertragung an den benannten Tagen stellen wir Ihnen dort weitere spannende Unterlagen zur Verfügung.


Status: Anmeldung möglich

Kursnr.: 2104

Beginn: Do., 16.12.2021, 19:00 - 21:15 Uhr

Dauer: 1 Termin

Kursort: online

Gebühr: 12,00 € Bei Buchung der 5 Termine zur jüdischen Litteratur ermäßigt sich der Kurspreis auf insgesamt 48 Euro.

Besondere Hinweise: online vhs:portal:master


Dozent(en):


Datum
16.12.2021
Uhrzeit
19:00 - 21:15 Uhr
Ort
online




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