Ludwig Börne vs. Heinrich Heine

Jüdische Litteratur in Deutschland

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Wir erinnern mit dieser literarischen Veranstaltungsreihe an 1700 Jahre jüdisches Leben auf deutschem Boden. Grundlage ist ein Dekret des römischen Kaisers Konstantin von 321, das in späteren Abschriften in der Bodmeriana in Genf und im Vatikan überliefert ist. Das Schreiben an die "decurionibus Agrippiniensibus", die Stadtväter Kölns, beweist, dass es spätestens seit Beginn des 4. Jahrhunderts Menschen jüdischen Glaubens in Köln und damit wohl auch andernorts im nördlichen Westeuropa gegeben haben muss:
"Durch reichsweit gültiges Gesetz erlauben wir allen Stadträten, dass Juden in den Stadtrat berufen werden. Damit ihnen [den Juden] selbst aber etwas an Trost verbleibe für die bisherige Regelung, so gestatten wir, dass je zwei oder drei [...] aufgrund dauernder Privilegierung mit keinen [solchen] Berufungen belastet werden." Übersetzung Karl Leo Noethlichs.
Die Jahrhunderte jüdischen Lebens auf deutschem Boden sind auch Jahrhunderte der Diskriminierung, der erzwungenen Anpassung, die sich in Themen und Personen widerspiegeln, die in der deutschsprachigen Litteratur in Erscheinung treten.

Ludwig Börne (1786-1837) vs. Heinrich Heine (1797-1856)
"Gehören auch Börne und Heine in die jüdische Geschichte? Allerdings! Es floß nicht bloß jüdisches Blut in ihren Adern, sondern auch jüdischer Saft in ihren Nerven. Die Blitze, die sie bald in regenbogenartigen Farben, bald in grellen Streifen über Deutschland flammen ließen, waren mit jüdisch-talmudischer Elektrizität geladen. Sie haben zwar beide sich äußerlich vom Judentume losgesagt, aber nur wie Kämpfer, die des Feindes Rüstung und Fahne ergreifen, um ihn desto sicherer zu treffen und ihn desto nachdrücklicher zu vernichten. So waren sie Heuchler? Man mache die Lauheit oder Einfalt der halben Dorfpfarrer verantwortlich, die sie mit dem Taufwasser besprengten, ohne sie um ein aufrichtiges Glaubensbekenntnis zu befragen! Trotz des Taufwassers haben ihre Gegner sie als Juden betrachtet und beschimpft. Und in der Tat hing einer von ihnen ungeachtet seiner wechselnden Stimmungen im Herzen dem Judentum aufrichtiger an, als die Friedländers, die sich als dessen Vertreter gebärdeten. Diese beiden reichbegabten Persönlichkeiten, die man ungeachtet ihrer inneren Verschiedenheit, wie Schiller und Goethe, als ein Zwillingspaar ansehen kann, haben den mittelalterlichen Qualm, den die Deutschen künstlich, um das Licht zu verdunkeln, um sich anhäuften, mit ihrem blitzartigen Geiste durchbrochen und dem reinen Lichte wieder Zutritt verschafft. Witz und Geist, für die außer Lessing nur wenige in Deutschland bis dahin das rechte Verständnis gehabt hatten, machten sie in der deutschen Literatur heimisch und verbannten die deutsche Hölzernheit und Unbeholfenheit, über welche sich die Nachbarvölker lustig zu machen pflegten."

Die Veranstaltungsreihe findet online über das System VHS.Cloud statt. Sie erhalten von uns rechtzeitig vor Beginn die Zugangsdaten. Zusätzlich zur Videoübertragung an den benannten Tagen stellen wir Ihnen dort weitere spannende Unterlagen zur Verfügung.


Status: Anmeldung möglich

Kursnr.: 2103

Beginn: Do., 04.11.2021, 19:00 - 21:15 Uhr

Dauer: 1 Termin

Kursort: online

Gebühr: 12,00 € Bei Buchung der 5 Termine zur jüdischen Litteratur ermäßigt sich der Kurspreis auf insgesamt 48 Euro.

Besondere Hinweise: online


Dozent(en):


Datum
04.11.2021
Uhrzeit
19:00 - 21:15 Uhr
Ort
online




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